Gründungsjahre

Geschichte der Musik in Leibertingen 

Bald nach Kriegsende 1871 schlossen sich auch in Leibertingen einige Männer zusammen, deren gemeinsames Interesse dem Musizieren galt.

Diese erste Kapelle „wurde von dem Musikfreund Biehler geleitet, der von auswärts kam“.  Sie erspielten sich schnell ein musikalisches Ansehen in der näheren Umgebung, und besonders die Gebrüder Wolf zeichneten sich durch außergewöhnliches Können aus.

Bei der Erforschung der Gründungszeit und der Ursprünge unseres Vereins tauchte hand-schriftliches Notenmaterial auf -“Ruhländer Polka 10.9.1874-. Diese Datum war zwar nicht eindeutig als Gründungszeitpunkt zu werten, doch es wurde als Beweis gültig, daß die Volksmusik in Leibertingen um diese Jahre entstanden sein muß. Das endgültige Gründungsdatum wurde dann hundert Jahre später, im Jahr 1978, auf das Jahr 1878 festgelegt.

In den 80-er Jahren schloß sich die zweite Kapelle zusammen. Sie wurde von H. Forster aus Heudorf und bald von Albert Mauthe dirigiert. In dieser Zeit gehörten die Lehrer meist zu den Kulturträgern einer Gemeinschaft, so auch hier, Lehrer Lörch, der sich besonders um die Kapelle bemühte. In Leibertingen war die Musik beliebt und sie trat vor allem bei öffentlichen Anlässen und auch gern zu Tanzveranstaltungen an. Bis ins Jahr 1913 ist das Bestehen dieser Kapelle dokumentiert.

Zu Amtszeiten Bürgermeister Jakob Elgaß, die Jahre um den 1. Weltkrieg, waren in Leibertingen sogar zwei Kapellen aktiv.

Die sogenannte „Knabenmusik“(1912-1914), gegründet und geleitet von Leonhard Löffler aus Fronstetten.

Leiter den „Seniorenkapelle“(1906-1913) war Franz Fauler.

Da bei zwei Kapellen auf engstem Raum Reibereien nicht ausblieben wurde der Ruf nach Zusammenschluß laut.

Der erste Weltkrieg unterbrach die Musiktätigkeiten und forderte viele Opfer unter den Musikanten; die Rückkehrer aber formierten sich 1922 zu einer gemeinsamen, leistungsfähigen Kapelle zunächst als Streichmusik und 1925 als Blasmusik unter der Leitung von August Wolf. Die vielseitigen Aktivitäten der Kapelle in der ganzen Heuberg-Umgebung konnten mit einer nahezu konstanten Besetzung von ca. 20 Musikanten bis zum erneuten Kriegsbeginn 1939 geführt werden.

Im Jahr 1932 wurde die erste Satzung erarbeitet, gültig für die    "Musikgesellschaft Leibertingen"

1939 kam der Krieg und die Musik verstummte erneut.

Die Männer unter Dirigent August Fauler starteten wieder in eine neue Zukunft und formierten eine aus heutiger Sicht sehr beständige und ausdauernde Kapelle. Es waren Franz Schmid, Franz Frick, Josef Braun, Otto Fauler, Josef Knittel und Eduard Kleiner. Im Nachkriegsjahr wurden neu aufgenommen, Josef Kleiner, Josef Riester, Franz Schnell, danach als Jungmusikanten Erwin Buck, Karl Braun, Karl Rebholz und Alfons Mattes, später noch die Rückkehrer aus dem Krieg Fidel Karpf und Adolf Gut.
Am 6. Mai 1948 endlich fand im Gasthaus zur „Burg“ die Gründungsversammlung zum Verein statt. Zum Vorsitzenden wurde Franz Frick gewählt.
Der Musikverein Leibertingen trat 1949 dem Hegau - Musikverband bei.
Am 20.3.1949 fand die erste Generalversammlung in der „Burg“ statt.
Zu einem besonderen Fest – 75 Jahre - konnten wir vom 25.-27. Juli 1953 einladen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Waren es seit dem Krieg immer nur wenige Neuaufnahmen in die aktive Kapelle gewesen, so startete der Verein im Jahr 1967 erstmalig eine großangelegte Werbeaktion um Musikantennachwuchs, und er hatte Erfolg damit: 19 junge Burschen aus der Gemeinde wurden zu einer Jugendkapelle geformt und systematisch auf verschiedenen Instrumenten ausgebildet. Den Eintrag ins Vereinsregister vollzog der Musikverein Leibertingen im Jahr 1976. Die neue Satzung wurde verabschiedet und man schreibt sich seit damals     „Musikverein Leibertingen e.V.“
Mit einer starken Besetzung aus eigener Ausbildung feierten wir 1978 unser 100-jähriges Vereinsjubiläum. Als besondere Auszeichnung erhielt der Musikverein Leibertingen die Pro-Musika-Plakette verliehen –die höchste Auszeichnung, die eine Musikkapelle überhaupt erhalten kann.
 
1979 wird unsere Bezirkszugehörigkeit neu geordnet, und wir sind nun Mitglied des Bezirkes 5 -“Donautal“. Zu unserem Bezirk gehören die Nachbarkapellen aus Kreenheinstetten, Thalheim, Heudorf, Hausen i.Tal, Schwenningen, Gutenstein. Im Kreisverband Sigmaringen ist der Bezirk 5 die kleinste Gruppe - klein aber oho!. Wie der Verein musikalisch stand war eine objektive Beurteilung, je nach Geschmack der Zuhörerschaft. Um eine offizielle Meinung professioneller Gutachter zu bekommen stellte sich die Kapelle immer wieder Musikbewertungen. Unsere Musik wurde bei Studioaufnahmen 1992 und 1995 je auf Datenträger (CD und MC) für die Nachwelt dauerhaft konserviert. Für das ansprechend Äußere der CD - Hülle posierte die Kapelle dann auch vor heimatlicher Kulisse beim Wildenstein.

Das neue Jahrtausend: 

Ganz und gar schnell geht das 2. Jahrtausend und das 20. Jahrhundert, in dem die meisten von uns einen Großteil ihres Lebens zubrachten, zu Ende. Und es scheint, als ob in diesen Jahren wohin man blickt ein Neubeginn stattfinden sollte.
Unsere alte D-Mark –gerade 50 Jahre alt geworden- wird der neuen europäischen Währung Platz machen: der EURO kommt.
In Deutschland wechselt die Regierung nach vielen Jahren: Die SPD kommt.
Leibertingen ist in den letzten Jahren zu einer wirklichen Großgemeinde zusammengewachsen; mit ein Verdienst des nun ausscheidenden Bürgermeisters, Heinrich Güntner.
Der Musikverein verabschiedet einen seiner großen Dirigenten: Alfons Mattes legt seinen Taktstock, den er über viele Jahrzehnte so ausgezeichnet führte, in die Hände jüngerer Musikanten. Hans Hatzenbühler und ab 1999 Martin Henkenius übernehmen die musikalische Leitung der Kapelle.
 

Aktuell / Dirigenten und Vorstände 

Gedenktafel Verstorbene
 

Nach oben